Taggeflatter - ein Besuch bei den Wiesenweihen

Wiesenweihe, naturgeflatter, Monitoring

Neben meiner Arbeit mit Fledermäusen, beschäftigen mich die Wiesenweihen in der Hellmitzheimer Bucht. Vor einigen Jahren habe ich das erste Mal Bekanntschaft mit diesen seltenen Vögeln gemacht. 


Wiesenweihe Kitzingen naturgeflatter

Ich fuhr mit dem Auto von den Fledermauskästen in Hellmitzheim zurück und direkt neben mir flogen zwei auffällige Greifvögel. Es waren Wiesenweihen, ein Männchen und ein Weibchen. Nur wenige Meter von mir entfernt, in ihrem typischen gaukelnden Flug, dicht über dem Boden. Seitdem schaue ich -wenn es meine Zeit erlaubt- jedes Jahr nach diesen Vögeln. Mein Gebiet ist die sogenannte Hellmitzheimer Bucht, die sich von Hellmitzheim, Dornheim, Nenzenheim auf der einen Seite, bis nach Willanzheim und Iphofen auf der anderen Seite erstreckt. Der Bereich wird so genannt weil die fruchtbaren Ackerböden von den bewaldeten Ausläufern des Steigerwald-Vorlandes umrahmt werden, wie bei einer Meeresbucht.



Hier schaue ich ab dem Frühjahr ob die Wiesenweihen, die in Afrika überwintern, zurückkehren und ob sich wieder Brutreviere in dieser Region bilden. Ist dies der Fall, wird beobachtet wo sich das Nest befindet. Die Jungvögel werden von Fachleuten des LBV beringt um sie zu kennzeichnen. Die Wiesenweihen scheinen sich in Mainfranken sehr wohl zu fühlen. 2015 gab es Bayernweit 227 Brutpaare, 195 davon in Unter- und Mittelfranken. (Quelle: LfU Jahresbericht 2015, Artenhilfsprogramm Wiesenweihe). 

Früher haben diese Weihen in feuchten Wiesen und Mooren gebrütet, daher auch ihr Name. Diese Habitate gibt es kaum noch und die Wiesenweihe brütet seit Mitte der 90er in Getreidefeldern. Gerade das Wintergetreide hat oft eine passende Höhe, wenn die Tiere aus Afrika zurück kommen. Leider werden die Felder meist vor dem flügge werden der Jungvögel abgeerntet. Um die Brut vor dem Mähdrescher zu retten wird -nach Rücksprache mit dem Landwirt- der Bereich um das Nest abgesteckt und erst später abgeerntet. So können die Jungvögel sicher ausfliegen.

naturgeflatter, Christian Söder, Wiesenweihe, LBV, Naturschutz
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1999 richtete das LfU (Landesamt für Umwelt) ein Artenhilfsprogramm für die Wiesenweihen ein, welches vom LBV koordiniert wird. Um dieses Programm am Leben zu halten ist ehrenamtliches Engagement nötig. Falls es euch diese Aufgabe interessiert, einfach melden und mal mitfahren. Vielleicht findet ihr Gefallen und helft somit das Überleben dieser bedrohten Greifvogelart zu sichern.

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Aber auch andere Tiere der Feldflur sind gut zu beobachten. Vor kurzem habe ich ein Brutpaar der Rohrweihen entdecken können. Mit dem verständnisvollen Landwirt wurde abgesprochen, dass die Fläche nicht gemäht wird. So können auch diese Jungvögel sicher großwerden und ausfliegen.

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