Das war 2017

2017 ist fast vorüber und zwischen den Jahren nehme ich mir gerne Zeit um nochmal über das vergangene Jahr nachzudenken. Es war wieder eine Menge los.



Es galt einige Kirchen zu begutachten und Sanierungen zu betreuen.


2017 fanden jede Menge Fundtiere den Weg zu mir. Auch an ungewöhnlichen Orten finden sich manchmal Fledermäuse. Ein Kleinabendsegler war in die Dachrinne gerutscht und wurde beim saubermachen im Sandfang gefunden. 


Mein Fledermausprojekt für den Landschaftspflegeverband wurde 2017 durch die Saatmischung für Nachtfalter geprägt. Wir haben eine informative Projektseite aufgebaut und es gab Infostände und Aktionen zum Projekt. Die ersten Landwirte haben die Mischung auf Brachflächen ausgesät und ich hoffe dass 2018 noch mehr Flächen dazukommen. Natürlich habe ich mich auch wieder um meine Projektkästen gekümmert. Besonders erfreulich fielen die Kontrollen bei den Haselmauskobeln aus, die waren fast alle mit kleinen, goldfarbenen, knopfäugigen Tierchen belegt.


Dann war da noch der Weinberg...

Gefühlt habe ich das ganze Jahr im Weinberg verbracht. Von April bis Oktober bin ich einmal die Woche mit dem Batcorder, einem Aufzeichnungsgerät für die Ultraschallrufe von Fledermäusen, im Weinberg lauschen gewesen. Das Resultat füllt 40 Seiten, hat 6965 Wörter und nennt sich Projektbericht.


Ich habe es 2017 mit meinen Anliegen wieder ein paarmal in die Presse geschafft. Ohne Öffentlichkeit gelingt kein Artenschutz. Gerade bei Arten wie Fledermäusen, die als Kulturfolger in unseren Siedlungen vorkommen, muss man die Menschen "mitnehmen".


Thema Verdruss. Es gab 2017 ja so einigen Grund dazu. Hier nur ein paar Stichworte, denn ich glaube jeder der sich für Natur und Umwelt interessiert, weiß was ich meine. Insektensterben, Glyphosat und Neonikotinoide. Luchswilderei, Wolfswilderei, Wilderei überhaupt auch an Greifvögeln. Gefällte Bäume, bevorzugt alte Buchen, sowie abgelehnte Großschutzgebiete in Bayern. Dafür aber Flächenfraß durch Gewerbegebiete und Straßen. Skischaukeln anstelle von Birkhühnern. Fehlende Feldhasen, verschwindende Feldhamster und aussterbende Rebhühner. Überhaupt das traurige Bild der toten Agrarflächen. Kein Blümchen am Wegesrand, kein singender Vogel, kaum noch in der Sonne tanzende Schmetterlinge. Nix. Es geht um Geld, Umsatz, Wachstum und persönlichen Vorteil. Jeder Einzelne denkt er wäre wichtiger als die Summe.

Aurorafalter auf Knoblauchrauke
Aurorafalter auf Knoblauchrauke, es gibt noch welche.

Ein Lichtblick. Diese Böschung im Kitzinger Stadtteil Hoheim wurde 2017 nicht gemäht! Tatsächlich! Sie wurde nicht mit der Motorsense platt gemacht. Auf dieser Böschung durften in diesem Jahr Königskerzen wachsen, zum blühen kommen und Insekten nähren. Mein aufrichtiger Dank geht an den Pflegetrupp der Kitzinger Stadtgärtner. Ich hoffe dass es auch 2018 ein paar wilde Ecken für Stadtnatur geben darf. 


Dann sind wir auch schon fast durch mit dem Jahresrückblick und da wir gerade von Hoffnung sprachen, möchte ich mit euch einen Blick nach 2018 werfen. Was wird spannend? Nun auf jeden Fall freue ich mich auf meine Vorträge auf der Landesgartenschau 2018 in Würzburg.  Es geht um Urban Gardening, Tomaten, Nachtfalter und 50 Millionen Jahre alte Fledertiere. Ausserdem gibt es ein Duett mit dem Naturweinwinzer Michael Völker, 2naturkinder. Wir sprechen über Artenschutz und regionale Kreisläufe. Wir spannen einen großen Bogen um lokale Prozesse aufzuzeigen. Sicherlich sehr spannend und auf jeden Fall einen Besuch wert.

2018 wird es auch wieder Fledermausspaziergänge geben und ich werde Rundgänge durch Hellmitzheim anbieten. Auf den Spuren eines Kulturfolgers - mit der Fledermaus durch das Dorf. Ein völlig neues Format. Wer mich treffen möchte findet die Termine auf meiner Webseite und auf Facebook.

 

Ich freue mich auf euch.

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